Was sind Aktien? Einfach erklärt.
Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen, genauer gesagt einer Aktiengesellschaft. Das bedeutet ganz einfach: Wer eine Aktie kauft, kauft ein Stück von der Firma.
Sobald du der Firma dein Kapital bereitstellst (Kauf einer Aktie), erhältst du im Tausch dafür eine Aktie und wirst damit offiziell zum Aktionär.
Als Aktionär bist du also Miteigentümer und somit finanziell am Erfolg des Unternehmens beteiligt.
Im altmodischen Sinn ist dies eine Urkunde, die dir bestätigt, dass du Anteile an einem Unternehmen besitzt. Heute wird allerdings meist nur mehr über Neobroker oder deine Bank gehandelt, wo du deine Anteile digital in deinem Depot siehst und verwalten kannst.
Welche Arten von Aktien gibt es?
1. Nach den Rechten der Aktionäre
- Stammaktien: Die Standardform mit Stimmrecht auf der Hauptversammlung.
- Vorzugsaktien: Kein Stimmrecht, dafür erhalten Anleger eine bevorzugte (oft höhere) Dividende. Fällt diese aus, muss sie meist nachgezahlt werden.
2. Nach der Übertragbarkeit (Eigentumsnachweis)
- Inhaberaktien: Der jeweilige Besitzer gilt als Eigentümer. Sie sind leicht handelbar und in Deutschland sehr verbreitet.
- Namensaktien: Der Aktionär wird namentlich im Aktienregister der Gesellschaft geführt. Eine Übertragung erfordert die Umschreibung im Register.
3. Nach der wertmäßigen Aufteilung
- Nennwertaktien: Lauten auf einen festen Geldbetrag (z. B. 1 Euro), der einen Teil des Grundkapitals repräsentiert.
- Stückaktien: Repräsentieren einen prozentualen Anteil am Unternehmen, ohne dass ein fester Nennwert auf der Aktie steht. Die Anzahl der Stücke ist in der Satzung festgelegt.
4. Sonderform nach dem Empfängerkreis
- Belegschaftsaktien: Werden ausschließlich an Mitarbeiter des Unternehmens ausgegeben, oft zu vergünstigten Konditionen und mit steuerlichen Vorteilen.
Warum Aktien kaufen?
Wenn du Aktien kaufst, wirst du zum Miteigentümer eines Unternehmens. Das bietet dir verschiedene Vorteile:
- Gewinnbeteiligung (Dividenden): Erwirtschaftet das Unternehmen Gewinne, wirst du oft direkt daran beteiligt. Viele Aktiengesellschaften schütten regelmäßig einen Teil dieser Gewinne als Dividende an dich aus. (passives Einkommen)
- Mitbestimmung: Als Aktionär hast du in der Regel ein Stimmrecht auf der jährlichen Hauptversammlung und kannst so bei wichtigen Entscheidungen der Firma mitwirken.
- Vermögensaufbau durch Kursgewinne: Das Hauptziel ist meist die langfristige Wertsteigerung. Entwickelt sich das Unternehmen gut, steigt der Aktienkurs, und du kannst deine Anteile später mit Gewinn verkauf
Wo kann ich Aktien kaufen und verkaufen?
Aktien können nicht wie im Supermarkt direkt gekauft werden; der Handel findet immer über Zwischeninstanzen und spezialisierte Marktplätze statt. Der Kauf- und Verkaufsprozess wie folgt unterteilen:
1. Der Ort der Verwahrung: Das Depot
Um am Aktienmarkt teilzunehmen, benötigtst Du ein Wertpapierdepot, das als „Konto“ für Ihre Aktien dient. Dieses wird bei einem Finanzdienstleister eröffnet:
- Filial- und Direktbanken: Klassische Banken (z. B. Sparkassen, ING, Comdirect) bieten Depots an, oft verbunden mit Beratung oder umfassendem Service.
- Online-Broker & Neobroker: Anbieter wie Scalable Capital, Trade Republic oder Finanzen.net Zero sind auf den digitalen Handel spezialisiert. Sie sind meist kostengünstiger, da sie oft auf Depotgebühren verzichten und niedrige Orderpauschalen berechnen.
2. Die Handelsplätze: Wo die Order ausgeführt wird
Wenn Sie über Ihre Bank eine Kauforder aufgeben, wird diese an einen Börsenplatz weitergeleitet. In Deutschland gibt es verschiedene Arten:
- Elektronische Handelsplätze (Xetra): Das wichtigste System der Deutschen Börse. Es bietet hohe Liquidität und ist der Referenzmarkt für deutsche Aktien.
- Präsenzbörsen (Parketthandel): Klassische Börsenplätze wie Frankfurt (FWB) oder Stuttgart, an denen Skontroführer (Makler) den Handel unterstützen.
- Außerbörsliche Handelsplätze & Spezialbörsen: Plattformen wie Tradegate Exchange, LS Exchange oder Gettex bieten oft längere Handelszeiten (z. B. von 07:30 bis 22:00 Uhr) und werden häufig von Neobrokern genutzt.
Zusammenfassender Ablauf
- Depot eröffnen: Auswahl eines Brokers oder einer Bank.
- Order aufgeben: Aktie auswählen und gewünschte Stückzahl sowie Handelsplatz in der App oder im Online-Banking angeben.
- Ausführung: Die Bank leitet die Order an den gewählten Handelsplatz weiter, wo sie zum aktuellen Marktpreis ausgeführt wird.
Warum sich Aktien trotz Risiken lohnen?
Obwohl Aktien oft als unsicher gelten, ist ihre Rendite langfristig meist besser als ihr Ruf:
- Hohe Renditechancen: Im Durchschnitt liegt die Rendite am Aktienmarkt bei etwa 8 % pro Jahr, was höher ist als bei den meisten anderen Geldanlagen.
- Sachwerte: Aktien sind Anteile an realen Werten. Besonders solide Unternehmen (z. B. aus der Lebensmittelbranche) gelten als krisensicher, da ihre Produkte immer gebraucht werden.
- Schutz vor Kursschwankungen: Kurzfristig schwanken Preise durch Angebot und Nachfrage. Wenn du diese Schwankungen aushältst und nicht panisch bei Kursrücksetzern verkaufst, kannst du langfristig profitieren.
Die Risiken und wie du sie minimierst
Wo Chancen sind, gibt es auch Gefahren, über die du dir im Klaren sein musst:
- Kursverlust & Totalverlust: Die Kurse können fallen. Im schlimmsten Fall – bei einer Insolvenz des Unternehmens – droht der Totalverlust deines eingesetzten Geldes.
- Wirtschaftszyklen: Die Börse spiegelt die allgemeine Wirtschaftslage wider, die in Zyklen verläuft.
So handelst du klug:
- Streuung (Diversifikation): Setze niemals „alles auf ein Pferd“. Statt Einzelaktien mühsam zu recherchieren, kannst du in ETFs investieren. Diese bündeln viele Unternehmen, wodurch dein Risiko deutlich breiter gestreut und somit verringert wird.
- Anlagenmix: Investiere dein Vermögen in verschiedene Anlageklassen. Neben Aktien und Fonds ist es sinnvoll, auch einen Teil als sicheres Guthaben auf Tages- oder Festgeldkonten zu halten.
- Recherche: Besonders wenn du jung bist, hilft eine sorgfältige Recherche dabei, gezielt Vermögen aufzubauen.
